Internationaler Filmkongress
Auftakt mit Klimt
Von
Susanne Schmetkamp
Prominenz mit Premiere heißt es in diesem Jahr zum Auftakt des
Internationalen Filmkongresses der Filmstiftung NRW: Zur Eröffnung des
Treffens am 20. Mai wollen John Malkovich und Veronica Ferres ihren neuen
Film "Klimt" vorstellen, der damit zugleich seine Deutschlandpremiere
feiert. Neben weiteren Previews erwarten die Teilnehmer des Kongresses, der wie immer im Rahmen des Medienforums NRW stattfindet, Diskussionen über zu kurz kommende als auch über boomende Genres des Films.
Dass der Filmkongress in diesem Jahr ausgerechnet parallel zum Filmfestival
in Cannes stattfindet, ist natürlich mehr als ärgerlich. Da wird der Auflauf prominenter Gäste, Fachleute und Journalisten entsprechend spärlich ausfallen. Die legendäre Party "moving nrw" (gesehen und gesehen werden) ist gestrichen. Das Programm fällt insgesamt kürzer aus. Was aber auch von Vorteil sein kann: Anstatt wie oft auf Festivals nicht zu wissen, wann man wie wohin und zu welchen Veranstaltungen gehen soll, hat man nun nicht mehr die Qual der Wahl, sondern kann sich entspannt auf die einzelnen Angebote freuen.
Neben dem Kinofilm "Klimt" von Raoul Ruíz - eine Hommage an den
Ausnahmekünstler Gustav Klimt vor dem historischen Hintergrund des Fin de
Siècle - gibt es den ARD-Zweiteiler "Die Mauer - Berlin´61" von Regisseur Hatmut Schoen und mit Heino Ferch in der Hauptrolle. Ausserdem präsentieren die "KinoSpecials" im Cinenova das vielversprechende Drama "Emmas Glück" mit Jürgen Vogel und Jördis Triebel. Zum Abschluss am 24. Mai feiert die deutsch-amerikanische Koproduktion "Eine Hochzeit zu Dritt" von Ol Parker Deutschlandpremiere.
Im Dikussionsforum in den Hallen der Koelnmesse - mit Medienforum und
Fernsehfest unter einem Dach - sprechen Fachleute unter anderem über den
Zusammenhang von Film und Kunst sowie über die Möglichkeiten junger
Filmemacher. Das traditionelle Koproduktionstreffen fällt wegen der Cannes-Kollision allerdings aus. Spannend wird dafür aber sicherlich die Diskussion über den Dokumentarfilm, der in den vergangenen Jahren mit hervorragenden Produktioen auf sich aufmerksam gemacht hat. Jüngstes Beispiel der gelungenen Filme ist Erwin Wagenhofers aufrüttelnde Dokumentation "We feed the World".
Während der Dokumentarfilm also derzeit genügend Rückenwind hat, fehlt es
einem anderen Genre an Beachtung: Kurzfilme sind nicht nur, sondern kommen
meistens auch zu kurz. Diese Nachricht ist ein alter Hut. Um dem Kurzfilm
nun aber während des Filmkongresses eine eigene Plattform zu widmen (die er
auch verdient), gibt es am 23. Mai ab 14 Uhr in der Koelnmesse das
Diskussionsforum "Von großen und kleinen Missverständnissen – im und um den Kurzfilm". Was der Kurzfilm dann tatsächlich zu bieten hat, wird von 16.30
bis 20 Uhr im Off Broadway in dem Kinospecial "Stadtgespräche - stattGespräche" unter der Leitung der "Short Cuts"-Kuratorin Marita Lenze zu
sehen sein.
Stand im vergangenen Jahr Rainer Werner Fassbinder im Mittelpunkt einer Werkschau, wird nun Michael Haneke geehrt, der 2005 den Filmkongress noch mit seinem preisgekrönten Film "Caché" eroeffnet hat. In der Retrospektive zeigt die Filmstiftung Hanekes frühe Filme "Der Siebente Kontinent", "Benny’s Video", "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" und "Das Schloss".
Und last but not least gibt es auch amüsanten Input für die kleinen Filmfans: Zur Eröffnung am Samstag, 20. Mai, zeigt das KinoSpecial bereits am Nachmittag drei Animationsfilme für Kinder ab vier Jahren.
Weitere Infos im Netz www.filmstiftung.de
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