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Michael Winterbottoms 9 SongsImmer nur FickenVon Johannes GernertMichael Winterbottom hat einen Film über neun Songs und Sex gedreht, der von Sex handelt und 9 Songs heißt. Darin treten auf: ein gelegentlich steifer Penis, eine manchmal von Nahem aufgenommene Vagina, Sperma, Schnee und ein paar zottelige Musiker. Shocking? Leider nein.
9 Mal Sex, diesmal: in der Badewanne.
Foto: 3sat Vielleicht ist das auch nicht die allerbeste Motivation: Mal einen Film über Sex machen und sehen, wie weit man im Kino so gehen kann. Michael Winterbottom hat oft gesagt, dass es ihm vor allem darum ging. Kamera, Kopulation. Punkt. Er hätte als Stoff auch ”Plattform“ von Michel Houellebecq genommen. Der Roman war aber schon vergeben. Also nahm Winterbottom stattdessen: nichts. Sein Film 9 Songs, der jetzt in der 3sat-Reihe ”amour fou“ zu sehen ist, besteht aus Sex, Schnee und – neun Songs, beziehungsweise neun kurzen Konzertmitschnitten. Meist spielen Rockbands, einmal der Pianist und Komponist Michael Nyman. Im Grunde war es das dann auch schon. Eine wirkliche Handlung gibt es nicht, wenn man einmal davon absieht, dass der männliche Sexpartner das Ganze rückblickend von Alaska aus erzählt. Er macht da gerade eine Expedition durch den Schnee und seine Erzählerstimme schafft es gegen Ende hin sogar noch eine Parallele zwischen Alaska und Geschlechtsverkehr zu konstruieren. Irgendwas mit Weite und Unberührtheit oder so. Das interessanteste an dem Film sollten eigentlich die Sexszenen sein, schließlich ging es Winterbottom genau um die. Sie sind es aber nicht. Das liegt zum einen daran, dass er sie bewusst beiläufig aufnimmt und nur gelegentlich kleinere Schockeffekte für porno-unerfahrene Kinogänger einstreut (Huch, ein steifer Penis! Hui, Sperma auf dem Bauch!). Zum anderen allerdings, das ist das ernüchternde, ist das auch wirklich alles, was ihm einfällt. Mehr als diese rotzige Beiläufigkeit, hat 9 Songs nicht zu bieten. Daran ändert auch die Andeutung einer Entwicklung nichts: Offenbar entfernen sie sich voneinander nach all dem anfänglichen Überschwang, den Liebeserklärungen am rauschenden Meer. Sie zieht sich zurück, mit einem Vibrator! Das scheint ihn zu treffen. Dann naht auch schon die Trennung. Der letzte Song, der letzte Sex. Was haben wir jetzt erfahren: Dass es Sex nicht nur in Keuch- und Kreisch-Pornos gibt? Und vor allem: Dass ein Film, der kaum mehr als das erzählt, eben sonst auch nicht viel zu sagen hat. 9 Songs, 3sat, 8. Januar, 23 Uhr.
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Ralf Weis | 09.03.09 12:18 Uhr
Nein, ein handelsüblicher Porno ist "9 Songs" sicher nicht. Zu beiläufg geschieht hier der Sex. Normal, ohne künstliches Gestöhne, aber eben auch ohne den "künstlerisch"-handlungsgetriebenen Sex diverser Filme. Hier passiert Sex so, wie wir ihn alle erleben ohne uns nach den Konsequenzen, den Ursachen oder "Bedeutung" zu fragen. Und dadurch ist der Streifen dann wieder sehr entspannt für den Zuschauer, der sich zurücklehnen und die Bilder genießen darf, durchaus auch sexuell erregt. Warum nicht?
Daniel | 18.08.08 22:41 Uhr
Ich finde nicht, dass die Sexszenen nur "Schockeffekte für porno-unerfahrene Kinogänger" sind. Denn bei 9 Songs handelt es sich schlichtweg um k e i n e n Porno! Kieran O'Brien, der männliche Hauptdarsteller, ist k e i n Pronostar, sondern ein ganz normaler britischer Filmschauspieler, der sonst auch in ganz normalen Filmen spielt. Ich finde es jedenfalls ganz schön mutig, dass er seinen erigierten Penis im Film zeigt und sich sogar beim Orgasmus filmen lässt! |
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